Game & Grill

Sidonie Sandner, Timo Radzik/ 11. Oktober 2017

Wie viele Entwickler braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? Auf diese Frage gab es beim dritten BBQ Game Jam im WERK1 in München leider keine umfassende Antwort. Dafür gab es kreative Ideen, leckeres Essen und eine Herausforderung.

Wie bei vielen anderen Veranstaltungen dieser Art, war das Hauptziel des Events, an nur einem Tag in kleinen Teams Spiele zu entwickeln. Abends gab es dazu Frischfleisch vom Grill. Auch ein Team von SZ Scala war vor Ort und nahm die Herausforderung an. In nur acht Stunden sollten wir uns ein Computerspiel zum Thema „Meat Loaf“ ausdenken und umsetzen.

Was man für einen Game Jam braucht

Game Jams sind unter professionellen Entwicklern vor allem als kreativer Ausgleich zu ihren Langzeitprojekten bekannt. Es gilt, als gute Fingerübung in kurzer Zeit – 24 oder 48 Stunden – ein Spiel zu entwickeln. Vorzugsweise geschieht das digital. Analoge Brettspiele sind auch gern gesehen und können ebenfalls sehr komplex werden.

Die Idee, sich völlig frei von Marketingkonzepten, Investoren oder anderen Zwängen ein Spiel auszudenken, lockte in den letzten Jahren aber auch Hobby-Entwickler und andere Spielbegeisterte an. Einige kommen rein für den Spaß. Viele Kreative schätzen aber vor allem die Möglichkeit, die Teamfindung sowie die Steuerung und Umsetzung kreativer Prozesse zu simulieren.

Game Jams werden immer populärer, wie beispielsweise der in mehr als 90 Ländern gleichzeitig ausgerichtete Global Game Jam oder das ausschließlich im Internet stattfindende Event Ludum Dare.

Ein Team finden und die Zuständigkeiten klären

Üblicherweise gibt es bei einem Game Jam zuerst eine Vorstellungsrunde. Danach finden sich die Teams. Spätestens hier wird ein Missverständnis geklärt: Man muss nicht programmieren können, um an einem Game Jam teilzunehmen. Wenn man gern ein digitales Produkt erstellen möchte, benötigt man aber natürlich zwingend zumindest einen Programmierer im Team.

Doch genauso wichtig für ein Spiel sind die Grafiken, Texte, die Level-Gestaltung, Musik, die Sounds und allen voran die kreativen Ideen für das Gamedesign. Wie hoch die Spielfigur springen kann und wie viele Punkte sie sammeln muss, um das Level zu meistern, muss erst mal festgelegt werden, bevor es in Code gemeißelt werden kann.

Spielpräsentation und Vernetzung am Grill

Nach acht Stunden Entwicklungszeit präsentierten am Abend die Teams, wie sie das Thema „Meat Loaf“ interpretiert haben. So verschieden, wie die Vorkenntnisse der Teilnehmer und genutzten Tools waren, so unterschiedlich waren auch die Ergebnisse. Unser Spiel „feeder“ ist beispielsweise eine Art Tinder, in dem es darum geht, möglichst viel Fleisch zu essen.

Organisiert wurde dieser Game Jam von Games/Bavaria, um die bayerische Spielindustrie zu fördern und weiter zu vernetzen. Das ist wohl auch gelungen, denn es waren mehr neue Teilnehmer als bekannte Gesichter. Und das gemeinsame BBQ am Abend sorgte für viele interessante Gespräche, Einblicke in andere Berufsfelder und neue Bekanntschaften, die man beim nächsten Game Jam wohl schon wiedersieht.

Fotos: Games/Bavaria, Robin Kocaurek