Toys – (k)ein Kinderspiel

Annemarie Stielner | Fotos Messe Nürnberg/ 16. Februar 2018

Eigentlich kann ich mich nicht beschweren. In meiner Kindheit gab es tolle Spielsachen. Das, was die Spielzeughersteller aber heutzutage anbieten, treibt mir grünen Neid ins Gesicht.

Wer über die Spielwarenmesse in Nürnberg streift und dabei an die eigene Kindheit zurückdenkt, gerät ins Staunen. Da gibt es ein Roboterchamäleon, das auf Knopfdruck die Zunge rausstrecken kann. Darüber fliegt eine Drohne, die aussieht wie ein Flugsaurier und den Abschluss bilden Programmier-Kits für Vorschulkinder. Davon konnte man zu meiner Zeit nur träumen.

In der Spielwarenstadt Nürnberg zeigen die Hersteller traditionell, welche Neuigkeiten und Trends im Laufe des Jahres in den Handel kommen. Sowieso ist die Messe wie ein riesengroßer Spielzeug­laden für Kinder – und auch für Erwachsene. Aber was sind denn die aktuellen Trends im Spielwarenmarkt?

Die Künstliche Intelligenz kommt.

Reyne Rice, Trendexpertin im Geschäft, hat in ihrem Vortrag „Emerging Trends and Innovations in Toys, Games and Kids Tech for 2018“ einen Einblick gegeben, was Eltern dieses Jahr erwarten können. Als weltweit tätige Trend-Jägerin konnte sie sich bereits auf einschlägigen Messen ein gutes Bild machen, welche Themen die Spielzeugbranche momentan umtreiben.

AR, VR und MR

Künstliche Intelligenz (AI) und Machine Learning ist auch bei den Kindern ein großes Thema. Prognosen zufolge wird 2020 die Hälfte der amerikanischen Haushalte mindestens einen Sprach­assistenten zu Hause haben. Schon jetzt nutzen viele Kinder Siri, Google Assistent oder Bixby im Alltag. Augmented Reality, Virtual Reality und Mixed Reality sind spätestens seit Pokémon GO der große Renner. Aber auch Webtools und Angebote, die das sogenannte Weblife der Kids erleichtern, halten immer mehr Einzug ins Vorschulkinderzimmer.

Digital und analog zusammen – da kann das Spielzeug auch eine Kombi aus Pappe und einer Spielekonsole sein. Der neueste Clou von Nintendo liegt voll im MR- und „Playful Learning“-Trend. Bei den Kriterien, die Eltern beim Spielzeugkauf berücksichtigen, steht die Förderung der Kreativität und Fantasie ganz weit oben. Wenn dazu noch ein pädagogischer Wert kommt, dann ist der Preis oft nicht entscheidend.

Kinder raus! – Die Natur erkunden!

Dass Kinder von ihren Eltern dazu ermutigt werden sollen, auch mal draußen zu spielen, wurde aufgrund einer Studie aus Groß­britannien deutlich. Dort verbringen 75 Prozent der Kinder weniger Zeit im Freien, als es Gefängnisinsassen tun. Er­schreckend.

Daher gab’s am Ende dann doch wieder „brandneues“ Spielzeug für draußen, das ich noch aus meiner eigenen Kindheit kenne. Mit einem kleinen Unterschied: Wir haben uns die Pfeifen noch aus Ästen geschnitzt und haben nicht das mehrteilige Set von Schnitz mit! gebraucht. Allerdings bin ich auch auf dem Land aufge­wachsen.