Traut euch und tweetet

Timo Radzik/ 24. November 2017

Ein Appell an die deutschen Social-Media-Nutzer

Laut einer aktuellen Studie der „We Are Social“ Social-Media-Agentur verbringen die Deutschen jeden Tag rund eine Stunde in den sozialen Netzwerken. Unangefochtener Platzhirsch ist dabei Facebook, mit einem Nutzungsanteil von 61 %. Sogar erst hinter Google+ versteckt sich mit 19 % der Kurznachrichtendienst Twitter. Wir finden, dass die Plattform mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Ein Artikel für die Unentschlossenen.

Die Schattenseiten

Es gibt verständliche Gründe, Twitter fernzubleiben. Nicht erst nach der Ernennung des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Durch die Kurzlebigkeit der Nachrichten äußern die Nutzer viele spontane Gedanken. Oft könnte man deshalb meinen, Tweets über verspätete Paketzustellungen und unangenehme Erlebnisse mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wären der Hauptinhalt der Plattform.

Hinzu kommt, dass das Alleinstellungsmerkmal zugleich die größte Limitierung ist: Tiefgreifende Diskussionen zu führen, wenn nur 140 oder 280 Zeichen zur Verfügung stehen, ist schwer. Eine Auseinandersetzung artet auf Twitter daher oft in Statements aus Bildern oder Ketten von Tweets aus. Stattdessen wirken kurze Statements besser. Einzelne Phrasen. Ein Schlagwort. Sad.

Die Vorteile

Wo es Schatten gibt, da gibt es auch irgendwo Licht. Zuletzt gab es Aufwind an der Börse, nachdem die Zahl der monatlich aktiven Nutzer um vier Millionen gewachsen ist. Das kann an der Erhöhung des Zeichenlimits liegen, denn nun sind 280 Zeichen in einem Tweet möglich. Zugegeben, an das Zeichenlimit muss man sich zuerst immer noch gewöhnen und seine Inhalte daran anpassen. Dadurch ist aber der Zugang zu einer Diskussion oft einfacher als auf anderen Plattformen. Schnell kann sich ein Schwarm bilden, der ein Thema in den Fokus rückt. So wie vor Kurzem die #MeToo-Debatte, bei der Opfer von sexuellen Übergriffen über ihre Erfahrungen berichteten.

Die ersten Schritte

Wie auch auf anderen Plattformen und in anderen sozialen Netzwerken empfiehlt es sich, langsam einzusteigen. Am besten erst einmal mitlesen, bevor man eine Diskussion beginnt. Die Erhöhung des Limits auf 280 Zeichen gestaltet den Einstieg leichter, und man muss kein Wortakrobat mehr sein, um seinen Standpunkt in einem Tweet unterzubringen. Laut We Are Social ist die Vernetzung von Mitarbeitern über soziale Medien einer der großen Trends für 2018. So können Erfahrung und Wissen der Firma neu gebündelt werden. Also einfach schon mal anfangen, zur Not mithilfe von Freunden oder Kollegen.