Der Arbeits-Tisch

Der Runde Tisch ist ein besonderes Format. Nicht nur, weil er in Wirklichkeit eckig ist.

Carsten Matthäus

Gleiches gilt übrigens für die historischen Runden Tische vor der Wiedervereinigung. Der Runde Tisch zur Zukunft der Stadt München ist auch deshalb besonders, weil es ein gemeinsames Nachdenken von Entscheidern darüber ist, wie die großen Herausforderungen dieses Wirtschaftsraumes zu meistern wären.

Gemeinsam mit der Anzeigenabteilung der SZ haben wir den Runden Tisch zum zweiten Mal organisiert und es wurde wieder ein sehr gelungener Abend. Dessen Ergebnisse sind in der nun erschienenen Beilage nachzulesen. Die Frage bei diesem Runden Tisch: Wie kann München und sein Umland allen Arbeitenden dauerhaft eine gute Heimat bieten?

Auf den ersten Blick entsteht vor schöner Alpenkulisse ein makelloses Bild: Die Arbeitslosenquote ist die niedrigste unter den zehn größten deutschen Städten; zwei Exzellenzuniversitäten bilden hochqualifizierten Nachwuchs aus; mehr DAX- und Tec-DAX-Unternehmen als in jeder anderen Region locken mit attraktiven Jobs und sind gleichzeitig mit ihrem Standort hoch zufrieden. Internationale Konzerne siedeln sich an.

Aber dieser Boom ist brüchig. Die Wirtschaft braucht bald mehr Menschen, als München unterbringen kann. Für gesellschaftlich wichtige Berufsgruppen von Polizisten über Busfahrer bis zu Pflegekräften ist das Leben in der teuersten Großstadt Deutschlands kaum mehr finanzierbar. Eine neue Wohnung ist schwerer zu finden als ein neuer Job. Und niemand kann sagen, wie schnell Digitalisierung und Künstliche Intelligenz die heutigen Arbeitsplätze verändern, verlagern oder überflüssig machen werden.

Es diskutierten: Werner Albrecht, Geschäftsführer Personal und Soziales der Stadtwerke München; Susanne Diefenthal, Personalgeschäftsführerin des Städtischen Klinikums München; Alexander Dietrich, Personal- und Organisationsreferent der Landeshauptstadt München; Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern; Ralf Kleber, Geschäftsführer von Amazon Deutschland; Christian Konrad, Leiter Human Resources von Interhyp; Alexander Kurz, Vorstand für Personal, Recht und Verwertung der Fraunhofer Gesellschaft; Eric Paffrath, Kaufmännischer Geschäftsführer von EOS; Robert Scharpf, Personalleiter und Generalbevollmächtigter des Flughafens München und Martin Wild, Chief Digital Officer von MediaMarktSaturn. Moderiert wurde die Diskussion von Nina Bovensiepen und Christian Krügel, den beiden Leitern des SZ-Ressorts München, Region, Bayern.

Gelungen war der Abend vor allem deshalb, weil allen Zuhörern (darunter Julia Bönisch, Chefredakteurin von sz.de, Stefan Hilscher, Geschäftsführer des Süddeutschen Verlages und Kurt Kister, Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung) deutlich wurde, mit wie viel Leidenschaft die Geschäftsführer und Personalverantwortlichen nach Lösungen für ihre Mitarbeiter suchen. Dieses gemeinsame Ringen um Verbesserungen zum Wohle der Stadt macht die besondere Atmosphäre des Runden Tisches aus.

Klar war allen Teilnehmern des „Arbeits“-Tisches: Es gibt für Arbeitnehmer und Arbeitgeber viel zu tun, um von der Digitalisierung, die nahezu jeden Arbeitsplatz verändert oder gleich auf den Kopf stellt, nicht überrollt zu werden. Anders gesagt: Ständige Weiterqualifizierung ist keine freiwillige Nebenbeschäftigung mehr, sie muss fundamentaler Bestandteil der Unternehmenskultur und des Arbeitslebens werden.

Die Ergebnisse des Abends im Überblick.

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